Am Feuerring mit...

Angela Uhlig,
die Pflästerin von Merenschwand

Donnerstag, 12. September 2019
Zeit von 17.30 bis 19.00 Uhr

Ihr zu Ehren entzünden wir den Feuerring im Schaugarten und laden Kunden und Interessierte zu einem Apéro ein.

Bei jedem Wetter. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Heggli Gartenbau, Zürichstrasse 28, 5634 Merenschwand.

Angela Uhlig übt einen der ältesten und seltensten Berufe aus, die es heutzutage noch gibt. Vor kurzem hat die 32-jährige Heggli-Landschaftsgärtnerin und Polierin ihre Zweitlehre zur Pflästerin EFZ mit Bestnote abgeschlossen. Angela Uhlig über ihre Motivation, Pflästerin zu werden und die Faszination, die von diesem Beruf ausgeht.

 Angela Uhlig ist keine Frau, die sich selbst Steine in den Weg legt. Es sei denn, sie greift zum Pflästerhammer und setzt aus Natursteinen kunstvolle Verlegemuster. Vor zwölf Jahren trat die 32-jährige ausgebildete Landschaftsgärtnerin in den Betrieb von Heggli Gartenbau ein, wo sie sich zur Polierin Gartenbau weiterbildete und in dieser vielfältigen, von Männern dominierten Arbeitswelt behauptete. Die Arbeit mit Natursteinen fasziniert sie schon seit Beginn ihrer ersten Lehre zur Landschaftsgärtnerin. «Während der Ausübung meines Berufes hatte ich zum Glück oft die Möglichkeit, mit Natursteinen zu arbeiten, sei dies beim Bau von Mauern, Belägen oder bei Pflästerungen», erklärt die Expertin, die in Wettswil aufgewachsen ist. Nach einem Natursteinmaurerkurs belegte sie einige Jahre später jeweils im Winter Pflästererkurse und war begeistert. Die Kursleiter mussten sowohl ihr handwerkliches Können, den Sinn für das Gestalterische wie auch die hohe Motivation der jungen Frau erkannt haben und machten sie auf die Zweitlehre zur Pflästerin EFZ aufmerksam. «Ich musste nicht lange überlegen», erinnert sich Angela Uhlig. «Für mich war sofort klar, dass ich das machen werde.»

Gepflästerte Strassen und Plätze stellen seit Jahrtausend solide und ästhetische Verkehrswege dar, man denke etwa an die römischen Strassen. Leider sei das uralte Handwerk vom Aussterben bedroht. In Deutschland und Österreich ist es laut Angela Uhlig nicht mehr möglich, dieses zu lernen. In der Berufsschule ihres Jahrganges drückten gerade mal vier Personen die Schulbank. Natürlich war sie die einzige Frau. Der Verband Schweizerischer Pflästerermeister zählt 60 Mitglieder, die 2000 Mitarbeitende beschäftigen und 50 Ausbildungsplätze anbieten.
Zwei Jahre nach Beginn hält Angela Uhlig nun stolz das eidgenössische Fähigkeitszeugnis in Händen, gekrönt mit der schweizweit besten Abschlussnote 5,3. Die Faszination ihres neuen Berufes liegt für die Heggli Mitarbeiterin darin, dass sich das alte Handwerk auch in modernen Zeiten kaum geändert hat. Dass die Natursteine vielseitig verwendbar sind und sich damit Stein für Stein schöne Muster und Formen setzen lassen, wie sie sagt. Zur Anwendung bei den Kunden kommen zum Beispiel Kreis- und Bogenpflästerungen, Fischgrat- oder Reihenpflästerungen für Sitz- und Vorplätze bis hin zu Garageneinfahrten. Die Arbeit mit Naturstein lässt sich nicht auf die Schnelle erlernen, resümiert Angela Uhlig. Es brauche Zeit und Geduld. Dass die junge Frau den Dingen auf den Grund geht und dranbleibt, zeigt sich auch an ihrem Hobby, das sie mit ihrem Partner intensiv betreibt: Nach einem Anfängerkurs vor zehn Jahren ist die Pflästerin inzwischen brevetierte Höhlentaucherin. Zu ihren Lieblingstauchplätzen gehört die Ardèche in Frankreich mit ihren Höhlensystemen. Angela Uhligs Freizeitweg – auch er ist gepflastert mit Aus- und Weiterbildungen.

Naturstein-Pflästerung
 
 
 
 

In der Serie «Am Feuerring mit …» stellt Heggli Gartenbau in loser Folge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor, die weit mehr draufhaben als die Gärten der Kunden zum Blühen zu bringen.